Liebe Freundinnen und Freunde des Alanus Werkhauses,
was geschieht eigentlich, wenn wir träumen? Und was geschieht mit einer Gesellschaft, die sich das Träumen abgewöhnt?
Träume gelten seit jeher als Gegenwelt zum Alltag. Als Ort der Sehnsucht, der Erinnerung, der inneren Bilder. In der Kunsthistorie begegnen sie uns in den Visionen der Romantik ebenso wie in den verstörenden Bildwelten des Surrealismus. Künstler:innen wie Salvador Dalí, Leonora Carrington oder Max Ernst machten das Unterbewusste sichtbar und stellten die scheinbar klare Ordnung der Wirklichkeit infrage. Träume waren nie nur idyllische Fluchten. Sie können befreien, irritieren oder verstören. Wunschbild und Alptraum, Fantasie und Trauma, Hoffnung und Kontrollverlust liegen im menschlichen Geist nicht weit voneinander entfernt.
In Zeiten permanenter Beschleunigung erscheint bisweilen das Tagträumen beinahe widerspenstig. Wer innehält, schweift ab. Wer pausiert, entzieht sich für einen Moment dem Takt von Effizienz und Verfügbarkeit. Vielleicht liegt darin eine besondere Qualität von Kunst und kultureller Bildung: Räume zu öffnen, in denen nicht sofort bewertet, optimiert oder entschieden werden muss. Räume, in denen Gedanken wandern dürfen.
Unter dem Monatsmotto KUNST voll träumen möchten wir in diesem Newsletter genau diesen Zwischenraum erkunden. Nicht als weltfremde Idylle, sondern als lebendigen Denk- und Erfahrungsraum. Denn Träume erzählen oft mehr über unsere Gegenwart, als wir zunächst vermuten. Sie berühren Fragen nach Erinnerung, Identität, gesellschaftlichem Wandel und persönlicher Freiheit.
Wie eng kreative Prozesse mit Momenten des Innehaltens verbunden sind, zeigt auch das Interview mit Stefanie Gather zur 37. Sommerakademie Alfter. Das diesjährige Thema „Saus und Paus“ wirkt auf den ersten Blick leicht und verspielt. Doch gerade in der „Paus“ eröffnet sich ein spannender Resonanzraum: für Wahrnehmung, für schöpferische Prozesse, für Gedanken, die nicht auf Knopfdruck entstehen. Denn Kunst braucht manchmal genau diese Unterbrechungen, um neue Werke gerade dort entstehen zu lassen, wo der Lärm des Alltags kurz verstummt.
Freuen Sie sich in diesem Newsletter auf inspirierende Einblicke, künstlerische Perspektiven und Denkanstöße rund um das Verhältnis von Traum, Wirklichkeit und kreativem Arbeiten. Wie immer möchten wir Ihnen nicht nur unsere Angebote vorstellen, sondern Inhalte teilen, die zum Weiterdenken, Erinnern und Mitträumen einladen.
Ihr Team des Alanus Werkhauses
PS: Für Fragen stehen wir Ihnen gerne per Telefon unter 02222 9321-1700 oder über die E-Mail-Adresse weiterbildung@alanus.edu