Es ist 8 Uhr morgens in Alfter bei Bonn. Ein klarer Frühlingsmorgen begrüßt uns mit sanftem Wind und Sonnenschein. Ein frischer, blumiger Geruch liegt über dem Johannishof. Bessere Voraussetzungen hätte es für unser erstes Alanus ARTcamp kaum geben können.
Schon früh trudelten die ersten Teilnehmenden den Berg hinunter ein, wurden von Juliane und Annette empfangen und stärkten sich zunächst mit Kaffee, Tee, Brezeln und frischem Obst. Zwischen Stehtischen, Sonnenstrahlen und ersten Gesprächen entstand direkt jene offene Atmosphäre, die den gesamten Tag prägen sollte: entspannt, neugierig und herzlich.
Pünktlich um 9:30 Uhr starteten wir offiziell in den Tag. Unsere Leiterin Antje begrüßte alle Teilnehmenden sichtbar bewegt und mit großer Freude darüber, wie viele Menschen den Weg zu uns gefunden hatten, um dieses neue Format gemeinsam mit Leben zu füllen. Dass unser erstes ARTcamp auf so großes Interesse stieß, war für unser gesamtes Team ein besonderer Moment.
Anschließend führte Katharina, Bildungsreferentin für Erwachsenenbildung mit Schwerpunkt Coaching, durch den Vormittag. Gerade weil viele Teilnehmende zum ersten Mal ein Barcamp besuchten, war die Einführung besonders wertvoll. Was macht dieses Format aus? Wie funktioniert eine Sessionplanung? Warum lebt ein Barcamp von den Menschen, die daran teilnehmen? All diese Fragen wurden aufgegriffen und machten schnell deutlich: Hier geht es nicht um Konsum, sondern um aktives Mitgestalten.
Bereits in der Vorstellungsrunde zeigte sich, wie vielfältig und inspirierend die Gruppe war. Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen, Perspektiven und Interessen kamen zusammen: Färberpflanzen, Fotografie, Freie Malerei, Kunst-Coaching, Design, Gerechtigkeit, EDMR, anders denken, Führung und natürlich lecker Essen. Schon hier wurde klar, dass das Motto des Tages nicht passender hätte sein können: KUNST voll vernetzen.
Sessionplanung: Ideen, die den Tag formen
Nach der Einführung ging es direkt in die Sessionplanung. Einige Programmpunkte hatten wir bereits vorbereitet und stellten sie der Gruppe vor. Ein besonderes Highlight bereits zu diesem frühen Zeitpunkt: Unser Dozent Peter war zunächst nicht vor Ort, wurde jedoch durch einen selbst gezeichneten Pappaufsteller vertreten, der erstaunlich überzeugend war und für viele Schmunzler sorgte.
Danach wurde es lebendig. Zahlreiche weitere Ideen wurden eingebracht und von Hannah auf dem Sessionboard koordiniert und strukturiert. Es entstand ein vielfältiger Tagesplan, der vor Kreativität, Tiefgang und Experimentierfreude nur so sprühte. Schnell wurden Fotos gemacht, Sessionpläne gespeichert und der Tag konnte beginnen.

Ein Programm voller Tiefe, Kreativität und Begegnung
Schon die ersten Sessions zeigten eindrucksvoll, wie facettenreich das ARTcamp werden würde.
Im Studio machte Ulrike das Thema lebendige Begleitung von Gruppen unmittelbar erfahrbar. Parallel dazu sprach Daria im Seminarraum 2 über Mutterschaft, Sichtbarkeit und das Bedürfnis von Müttern, stärker in der gesellschaftlichen Mitte anerkannt zu werden. Tanja bot in Seminarraum 3 eine EMDR-Session an, in der Teilnehmende sich mit inneren Glücksblockaden auseinandersetzen konnten. Inklusive Schweinchen.
Wer lieber praktisch und gestalterisch arbeiten wollte, fand in den Ateliers ideale Bedingungen: Sophie und Patrick kombinierten spontan ihre Sessions und entwickelten gemeinsam einen Workshop zu Zines, visuellen Geschichten und kreativem Storytelling. Das Atelier war entsprechend gut gefüllt.
Auch draußen nutzten einige Gruppen das traumhafte Wetter für Malerei und Gespräche unter freiem Himmel. Atelierengel Martin versorgte alle derweil mit Material zum künstlerischen Arbeiten.
Im weiteren Verlauf des Tages zeigte sich immer deutlicher, wie breit das thematische Spektrum war. Anne machte in der Bildhauerhalle künstlerische Prozessbegleitung praktisch erfahrbar und ermöglichte einen direkten Zugang dazu, wie Kunst Prozesse begleiten und sichtbar machen kann. Petra visualisierte diese Session parallel auf einem Board.
Weitere Sessions beschäftigten sich mit:
- Gehirnneugestaltung mit Stift und Farbe mit Oda
- Strukturen in der Umwelt und deren fotografische Wahrnehmung bzw. Übersetzung in andere Medien mit Eduard
- Was mit Mediation? mit Berit
- In Führung gehen mit Jana
Besonders eindrücklich war die thematische Bandbreite zwischen gesellschaftlich relevanten Fragen, persönlicher Reflexion und künstlerischer Praxis. Genau diese Mischung machte den Tag so besonders.



Mittagspause in Frühlingssonne
Zur Mittagszeit wurde es kulinarisch. Auf unserer Sonnenterrasse konnten die Teilnehmenden bei weiterhin herrlichem Wetter zwischen Nudeln mit Gorgonzola-Spinatsauce oder einem veganen Kichererbsen-Curry mit Reis wählen.
Diese Pause war weit mehr als eine Essensunterbrechung. Überall entstanden vertiefte Gespräche, neue Kontakte und spontane Diskussionen. Viele nutzten die Gelegenheit, um sich weiter zu vernetzen, Themen aus Sessions weiterzudenken oder einfach gemeinsam Sonne und Aussicht zu genießen. Später kam auch Kuchen dazu, der ebenso dankbar angenommen wurde. Lecker Essen eben.
Ein besonders schönes Zeichen für den Spirit des Tages: Einige Teilnehmende entschieden sich bewusst gegen weitere Sessions und für intensive Gespräche miteinander. Das zeigt vielleicht am deutlichsten, was ein gelungenes Barcamp ausmacht: Nicht nur Inhalte, sondern echte Begegnung.
Der Nachmittag: volles Programm bis zum Schluss
Auch am Nachmittag blieb das Programm dicht und abwechslungsreich. Peters Session, die zunächst nur durch sein Papp-Alter-Ego angekündigt worden war, entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten. Das Atelier war voll besetzt und zugleich so konzentriert, dass man sprichwörtlich eine Stecknadel hätte fallen hören.
Parallel dazu fanden weitere Sessions statt:
- Macht kommt von Machen mit Franny und Julia
- Naturfotografie, Berührung und Mehrfachbelichtung im Außenbereich
- Visualisierung des bisherigen Tages mit Petra
- Diskussionen rund um Online-Präsenz von Künstler*innen, Kunstverkauf und Preisgestaltung mit Barbara
- spontaner Vortrag von Bettina zu Trauer und Leben
Eine Session von Antje, die von vielen als besonders wertvoll beschrieben wurde, widmete sich der grundlegenden Frage:
Für wen machen wir eigentlich Kunst? Für uns selbst? Für andere? Für Betrachtende? Dieser Austausch schien bei vielen nachhaltig nachzuwirken und traf einen zentralen Nerv. Nicht zu vergessen: die spontane Bildershow über Marokko mit Monika und Mahdi, einem Barcamp-Neuling, die ebenfalls ihren Platz im Programm fand.
Ein Tagesprogramm also, das sich kaum hätte vielfältiger gestalten lassen.



Ein starker Abschluss und wertvolles Feedback
Am Ende des Tages trafen wir uns erneut im Studio zur gemeinsamen Feedbackrunde. Besonders gefreut hat uns, dass so viele Teilnehmende bis ganz zum Schluss geblieben sind. Das ist keineswegs selbstverständlich und zeigt, wie sehr der Tag getragen hat.
Mittels Klebepunkten konntet ihr Rückmeldung geben, wie euch der Tag gefallen hat. Dazu gab es offene Feedbackmöglichkeiten und Kudo-Karten, auf denen Gedanken, Eindrücke und Anregungen festgehalten werden konnten. Dieses gemeinsame Abschlussbild war für uns ein besonders schöner Moment.
Unser persönliches Fazit
Aus unserer Perspektive war dieser Tag vor allem eines: ein lebendiger Beweis dafür, was entstehen kann, wenn Menschen mit Offenheit, Neugier und Lust auf Austausch zusammenkommen.
Wir haben an diesem Tag viele kurze, sympathische Gespräche geführt, sind durch Räume, Ateliers und Außenbereiche gewandert und haben immer wieder erlebt, wie selbstverständlich ihr euch den Ort und das Format zu eigen gemacht habt.
Genau das wünschen wir uns als Veranstalter:innen.
Zu sehen, wie Menschen Räume beleben, Inhalte weiterdenken, Kontakte knüpfen und sich sichtbar wohlfühlen, ist vermutlich das schönste Feedback überhaupt.
Deshalb möchten wir euch von Herzen Danke sagen.
Danke für eure Offenheit.
Danke für euren Input.
Danke für eure Ideen, eure Energie und eure Bereitschaft, dieses erste Alanus ARTcamp gemeinsam mit uns zu gestalten.
Ihr habt dieses Format mit Leben gefüllt und aus einem Konzept einen echten Begegnungsraum gemacht.
Wir freuen uns sehr, dass unser erstes ARTcamp so wunderbar gelungen ist und hoffen, euch auch beim nächsten Mal wiederzusehen.













