Im Interview mit Floria Ude

Heute möchten wir ein neues Gesicht am Alanus Werkhaus vorstellen: Unsere Kollegin Floria Ude hat uns ein paar persönliche Fragen über sich beantwortet.

 

Liebe Floria, was sind deine Aufgaben am Alanus Werkhaus?

Ich freue mich sehr, als Elternzeitvertretung in der Rolle der Referentin mit dem Schwerpunkt künstlerische Prozessbegleitung am Werkhaus tätig zu sein und meine Erfahrungen hier einbringen zu dürfen.

Meine Aufgaben liegen im Programmbereich der PLUS-KUNST-Kurse. Hier begleite ich sowohl Angebote, die Kunst als Erweiterung des eigenen beruflichen Wirkungsfeldes verstehen, als auch Kurse für Menschen, die sich durch künstlerische Erfahrung persönlich weiterentwickeln möchten. Dabei stehe ich den Teilnehmenden organisatorisch und inhaltlich als Ansprechpartnerin zur Seite.

Parallel dazu befinden wir uns aktuell am Start der Planung für das Kursprogramm 2027. Darauf freue ich mich besonders, denn gemeinsam mit dem Team frische Impulse und neue Ideen zu entwickeln, die an unser bestehendes Programm anknüpfen, motiviert mich sehr.

Neben der Programmarbeit begleite ich auch die Foyer-Ausstellungen des Werkhauses, die in diesem Jahr mit drei unterschiedlichen Positionen ein abwechslungsreiches Programm zeigen werden. Die Zusammenarbeit mit den Künstler:innen sowie die Planung, Kuration und das Texten der Ausstellungen sind ein weiterer Teil meiner Aufgaben.

Ein besonderes Highlight im Frühjahr ist das erste Alanus ARTcamp, das im April stattfindet. Innerhalb des Teams arbeite ich hier an der Umsetzung mit – eine sorgfältige Planung und eine klare, wertschätzende Kommunikation stehen für mich dabei an erster Stelle.

Ergänzend dazu unterstütze ich das Werkhaus auch redaktionell: Die künstlerischen Übungen im Newsletter, #werkhausimpuls, stammen aus meiner Feder. Ich probiere sie immer selbst aus und freue mich sehr, wenn sie andere dazu einladen, es ebenfalls auszuprobieren. Was all diese Aufgaben verbindet, ist mein Anspruch an die Qualität unserer Kunstkurse aber auch, das Alanus Werkhaus noch mehr Menschen zugänglich machen zu können. Räume zu schaffen, in denen Menschen unabhängig von Alter, Hintergrund oder Beruf kreativ werden können, motiviert mich sehr.

 

Wenn du eine eigene Talkshow hätten, wie würde sie heißen und was wäre das Thema?

Meine Talkshow würde definitiv „Kunst & Remmi Demmi“ heißen. Der Name bringt ziemlich gut auf den Punkt, was ich mir darunter vorstelle: eine Mischung aus Kunst, Humor und einer gewissen Lebendigkeit, die manchmal leicht außer Kontrolle gerät, im besten Sinne.

„Kunst & Remmi Demmi“ wäre eine wandernde Talkshow, die dorthin geht, wo Kunst entsteht: mitten in laufenden Ausstellungen, direkt im Atelier oder vielleicht sogar an ungewöhnlichen Orten. Im Mittelpunkt stünden Kunstschaffende, kreative Prozesse, spannende Ideen und natürlich ein guter Schuss Humor. Und weil Musik für mich zu einem gelungenen Abend dazugehört, gäbe es am Ende jeder Sendung einen Live-Auftritt einer lokalen, aufstrebenden Band.

 

Wenn Tiere sprechen könnten, welches wäre das unhöflichste?

Ganz klar: die Möwen in Den Haag. Ich habe selten Tiere erlebt, die so viel Selbstbewusstsein besitzen. Wenn sie sprechen könnten, hätten sie vermutlich einen Ton drauf, bei dem man automatisch in die Höflichkeitsform rutscht – einfach aus reinem Selbstschutz.

 

Wenn du ein Wort in ein Wörterbuch aufnehmen könntest, welches wäre es und was wäre seine Bedeutung?

Ich würde gerne ein Wort aufnehmen lassen, das ich aus dem künstlerischen Arbeiten kenne: „Prozessspur“. Es beschreibt die sichtbaren Spuren, die entstehen, wenn man wirklich im Prozess arbeitet. Ohne Perfektionsanspruch und ohne es anderen recht machen zu wollen. „Prozessspur“ steht für Malerei, die ehrlich und unmittelbar ist und bei der man den Weg sieht, den die Hand gegangen ist.

 

Hast du einen Kurs-Favoriten im Programm 2026, der dich besonders anspricht?

Am liebsten würde ich in alle Kurse einmal reinschnuppern, denn jedes Kurs hat seinen eigenen Reiz. Wenn ich mich jedoch entscheiden muss, ist mein Favorit in diesem Jahr eindeutig „Im Fluss der Farbe“. Auf diesen Kurs, der erst im Dezember startet, können wir wirklich gespannt sein. Besonders begeistert mich am Kurs die Verbindung aus einer lasierenden Technik, die irgendwo zwischen Aquarell, Acryl und Tusche liegt, und einer inneren Haltung des Loslassens. Es geht darum, Kontrolle abzugeben und voll und ganz auf das Einfließen der Farbe einzulassen. Diesen Kurs kann ich jetzt schon wärmstens empfehlen.

 

Möchtest du noch etwas ergänzen?

Vielleicht nur, dass ich mich sehr auf die Mitgestaltung am Werkhaus freue und dabei wahrscheinlich selbst am meisten lernen werde. Ich liebe es, wie hier Menschen jeden Alters und Hintergrunds zusammenkommen und ohne Berührungsängste ins Kreative eintauchen.

Mein Wunsch für die nächste Zeit? Dass wir weiterhin Räume schaffen, in denen Farbe fließen darf, Ideen sprudeln und niemand Angst haben muss, auch mal neben das Papier zu malen. Denn mal ehrlich: Einige der schönsten Dinge entstehen genau dann.

 

Vielen lieben Dank für das nette Gespräch, liebe Floria!

 

 

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